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Zukunft Innenstadt: Lücken nutzen
Landeswettbewerb 2008/2009

Hohe Qualität und Themenvielfalt

Im Rahmen des Wettbewerbs „Lücken nutzen – Eine Chance für die Innenstadt“ des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung (MIR) sind Beiträge aus 21 Brandenburgischen Städten eingegangen. Die Wettbewerbsbeiträge weisen eine sehr hohe Qualität und komplexe Lösungen zum Umgang mit Lücken im Stadtgefüge auf.

Folgende Städte haben sich an dem Wettbewerb beteiligt: Brandenburg an der Havel (3 Beiträge), Calau, Cottbus (2 Beiträge), Eberswalde, Falkensee, Finsterwalde, Frankfurt/Oder, Fürstenberg/Havel, Fürstenwalde, Jüterbog, Luckau, Lübbenau, Perleberg, Potsdam, Schwedt/Oder, Seelow, Spremberg, Templin, Werder/Havel, Wittenberg (3 Beiträge), Wittstock. Der überwiegende Anteil kam aus Städten mit 10.000 bis 20.000 Einwohner (8 Beiträge), gefolgt von Städten mit 20.000 bis 50.000 Einwohner (5 Beiträge). Aber auch Kleinstädte mit unter 10.000 Einwohnern waren mit 4 Beiträgen vertreten.

Das kommunale Engagement ist bei diesem Wettbewerb erwartungsgemäß groß. Mehr als die Hälfte der eingereichten Beiträge wurden von Stadtverwaltungen oder städtischen Sanierungsträgern eingereicht. Aber auch das private Interesse kann hervorgehoben werden. Fast ein Viertel der Beiträge wurden von Privatpersonen bzw. privaten Unternehmen eingereicht. Weitere Beiträge kamen von Vereinen, Wohnungsbaugesellschaften bzw. wurden in öffentlich-privater Kooperation eingereicht.

Die Bandbreite der eingereichten Maßnahmen ist groß und reicht von der baulichen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude und Gebäudeensembles, der baulichen Sanierung in Verbindung mit Neubebauung zur Lückenschließung über die Etablierung von Zwischennutzungen bis hin zur komplexen Brachflächenentwicklung. Zwei der eingereichten Beiträge zielen auf Freiraumgestaltung unter gleichzeitiger Vorhaltung von Baupotentialflächen ab. Weitere zwei Beiträge heben sich durch die strategische Verknüpfung von verschiedenen Einzelmaßnahmen ab.

Hervorzuheben sind die unterschiedlichen Nutzungen und Nutzergruppen, die mit den Maßnahmen in die Innenstädte geholt bzw. integriert werden sollen; sei es die Integration behinderte Menschen in einem Zentrum zum Wohnen, Arbeiten und Erholen oder die Errichtung eines Treffpunkts für Kinder und Jugendliche. Auch das Thema Demografischer Wandels spielt bei den Beiträgen eine große Rolle. Viele der Beiträge beschäftigen sich mit der Zielgruppe der Senioren, sei es durch die Schaffung seniorengerechter Wohnungen, durch betreute Wohnformen oder Tagespflegeangebote in einem Ladenleerstand. Einige der Beiträge verfolgen die Etablierung sozialer bzw. sozio-kultureller Nutzungen in neuer Qualität in der jeweiligen Stadt, z.B. durch die Errichtung eines Bürgerzentrums, in dem viele Vereine und Angebote sozialer Träger verknüpft sind. In einer anderen Stadt wird für die Zivilgesellschaft ein neuer Festsaal für Veranstaltungen der vielfältigen aktiven Vereine errichtet oder es entsteht an zentraler Stelle der Stadt ein kulturelles Angebot mit überregionaler Ausstrahlung. Andere Beiträge zielen auf die Schaffung von neuen Wohnformen, sei es die Schaffung von Wohneigentum in Baugruppen auf einer Gewerbebrache oder die Neuordnung einer Brachfläche, die nun flexibel für verschiedene Wohnkonzepte, z.B. generationsübergreifendem Wohnen, bereit steht. In einigen Beiträgen sollen Mischnutzungskonzepte zur Belebung von größeren Brachflächen dienen. Ein anderer Beitrag zielt auf die Clusterbildung im Medizin- bzw. Gesundheitssektor ab.

Viele der Beiträge weisen eine breite Akteursbeteiligung auf. So wurden z.B. studentische Wettbewerbe oder Projekte als Vorbereitung zur breiten Bürgerbeteiligung vorgeschaltet. In einigen Wettbewerben wurden die Bürger aktiv in die Ideenfindung bzw. die Beurteilung von städtebaulichen Wettbewerben einbezogen.

Die Vorprüfung erfolgte im April durch das Organisationsbüro die raumplaner und wurde durch das MIR sowie Landesamt für Bauen und Verkehr unterstützt. Ende Mai werden auf der Jurysitzung die Preisträger im Wettbewerb ermittelt. Die Preisverleihung erfolgte am 8. Juli 2009 im Rahmen einer Fachtagung durch den Minister Dellmann.